Die reine Wahrheit

Es gibt schlichtweg keine allgemein gültige Wahrheit, für das menschliche Verständnis.
Wir können die Wahrheit gar nicht erfassen, da wir nie alle dazugehörigen Teile auf einmal betrachten. Wir sehen immer nur Auszüge davon.
Alles ist wahr, auch wenn man in einer ständigen Lüge leben würde, so ist dies doch denjenige seine Wahrheit 😉

Jeder hat seine eigene Wahrheit, und nichts ist wahrer oder unwahrer als das andere. Noch dazu verfärbt sich die eigene Wahrheit ja ständig, oft unbemerkt, und doch fügen wir mit der Zeit etwas hinzu oder etwas anderes fällt weg.
Konflikte entstehen jedoch erst, wo verschiedene Wahrheiten aufeinander prallen, und keiner auch nur annähernd dazu bereit ist zu sehen, dass alle nur einzelne Auszüge der einen Wahrheit sind.

Wenn wir uns in unserer eigenen Wahrheit verlieren, sind wir ja oftmals nicht einmal dazu bereit diese zu hinterfragen, sondern gehen gleich in den Angriffmodus über, da wir nur sehen dass uns jemand unserer eigenen Wahrnehmung berauben möchte.

Doch ist es nicht so, dass man für sich selber immer das Opfer ist, und für den anderen immer der Täter?

Jeder hat seine eigene Wahrheit und jeder lebt seine eigene Wahrheit.
Wahr ist also, dass wir immer unsere eigene Wahrheit leben 😉 alles was wir für wahr halten, zeigt sich in unseren Leben.
Wenn es meine Wahrheit ist, dass ich immer zu unrecht beschuldigt werde –
werde ich bei allen und jeden meistens immer nur das heraus hören,
Wenn es zu meiner Wahrheit gehört, dass ich ständig übers Ohr gehauen werde,
ja dann wird dies im außen auch immer wieder zu sehen sein.
Und so weiter…..
All meine Überzeugungen, all meine Glaubensmuster, all meine Denkmuster – sind meine Wahrheit, und nichts als die Wahrheit. Alles was ich Wahr-nehme, alles was ich für Wahr halte – all das erkenne ich an meinem Leben.
Es sind meine Wahrheiten, die ich als „Lügen“ identifizieren darf, wenn mir mein derzeitiger Zustand nicht gefällt.

Jeder für sich, sieht in der einen großen Wahrheit, sein eigene Wahrnehmung seiner Wahrheit.
Weil es ja wahrlich nicht möglich ist, das ein und derselbe gleichermaßen zu erleben. Kein anderer wird er so wahrnehmen wie du in diesem Moment, kein anderer wird es gleichermaßen empfinden wie du in diesem Moment, usw.
Die eine Wahrnehmung ist von so vielen Faktoren abhängig, die alle zur gleichen Zeit sich abspielen, dass es fast unmöglich ist, das zwei eine Situation exakt gleich erleben.
Und jedem bleibt aus dieser Situation, ein anderes Bild, ein anderes Wort, ein anderes Gefühl hängen – und trotzdem ist alles gleichermaßen wahr.

Viele Dinge zwischen Himmel und Erde lassen sich einfach nicht erklären, und doch sind sie. Bei manchen mag es wichtig sein, zu wissen wie sie entstanden sind, und bei manchen ist es vielleicht wichtiger einfach anzunehmen das sie da sind.
Manches kann ich an der Wurzel ändern, und manches einfach an dem wie es ist.

Wahr ist, dass vieles in der Kindheit entstanden ist.
Wahr ist, dass vieles aus Gesellschaftsprägungen auferlegt wurde.
Wahr ist, dass viele Glaubensmuster und Überzeugungen von anderen übernommen wurden.
Wahr ist, dass ich aus jeder Rolle aussteigen kann.
Wahr ist, egal wie es entstanden ist, es jetzt veränderbar ist.
Wahr ist, dass ich nur das leben muss, was ich für wahr halte.
Wahr ist, dass ich allein entscheide ob ich dem was ich für wahr halte unterlegen bin oder nicht.
Wahr ist, dass es nur darauf ankommt von welchen Blickwinkel aus ich es betrachte.
Wahr ist, dass die Situation die gleiche bleibt, egal ob ich sie bejammere oder beglückwünsche.
Wahr ist, dass alles was du siehst, denkst, hörst, fühlst, spürst usw. wahr ist – denn es ist. 😉

Alles was ich lebe ist wahr, alles was ich empfinde ist wahr, alles was ich denke ist wahr – und manchmal tut die Wahrheit weh, vorallem wenn man die Wahrheit über sein Leben erkennt, und erkennt „vieles ist nicht meins“, und sich doch nicht wagt die neugewonnene Wahrheit zu leben.

Alles was ich bisher gelebt habe, war keine Lüge – es war meine Wahr-heit, so wie ich es für mich Wahr-genommen habe.
Alles ist gut – solange ich meinem Leben immer wieder neu ge-wahr werde.

„Dich sollst du lieben, und dich nicht so verbiegen,
denn erst dann, wird das Leben, dir das geben,
nach dem du so sehr verlangst, ganz ohne Angst!“ ❤ KS

Bildquelle: uschi dreiucker  / pixelio.de

Bildquelle: uschi dreiucker / pixelio.de

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