Solche Tage…

Es gibt Tage, die können gar nichts 😉
Alles und jeder kotzt einen an, und am liebsten wird man gar nicht erst angesprochen.
Am liebsten wär man allein auf einer einsamen Insel, hauptsache warm und mollig, und weit und breit keine Menschenseele 🙂
Den ganzen Tag liegen bleiben wollen, die Bettdecke bis zum Kinn hochgezogen, oder besser noch zusammengerollt ganz unter der Bettdecke verschwinden.
Tage, an denen man sich selber im ersten Moment gar nicht erklären kann, wo dieser rapide Stimmungswechsel so plötzlich herkommt.
Tage, an denen man so mit einem vermeintlichen Problem beschäftigt ist, wo es nur so rund geht im Kopf, und dann genau in dem Moment wo man am Hochstand des Problems angekommen ist, jemand daherkommt und einen ganz lieb und nett etwas fragt und man explodiert.

Ja, so Tage gibt es 🙂

Es ist nichts schlimmes daran, das es diese Tage gibt, oder doch? Schlimm finde ich, das viele, die auf den Weg der „Erleuchtung“ sind, diese Tage verurteilen, verleugnen und so tun als dürfte es sie gar nicht geben, den sonst wäre man kein Erleuchteter.

Warum soll es diese Tage nicht auch geben? Warum soll ich, nur weil ich spirituell, energetisch und sonst noch was bin, keine solchen Tage haben dürfen? Warum sollte ich diese Tage verstecken, oder schlimmer noch gar unterdrücken?
Das wäre ja auch ein Verleugnen dessen was ich bin, oder nicht?
Ist es nicht auch nur ein Trugbild, um zu verhindern, dass alle glauben könnten, sie sind genauso gut und in Ordnung wie ihre Lehrer und Meister?

Ich darf keinen schlechten Tag mehr haben! Denn sonst, kann ich nicht zu den Erleuchteten gehören!
Ich darf keinen bösen Gedanken mehr haben! Denn sonst werde ich nie aufsteigen!
Schnell noch hier ein Seminar und da noch einen Kurs, nur um Jahre später dann zu erkennen – es ist vollkommen okay, so zu sein, hie und da mal einen solchen Tag zu erfahren 🙂

Ich darf solche Tage haben, doch soll ICH mich ihnen nicht hingeben, ich soll nicht in ihnen verfangen bleiben – und schon gar nicht soll ich sie verurteilen. Denn das wäre das eigentlich schlimme daran. Die Verurteilung! Wen verurteil ich den im endeffekt – MICH! Wen ich mich verurteile, hab ich dann gelernt mich anzunehmen als das was ICH BIN?
Wen ich diese Tage verurteile, versuch ich dann nicht wieder nur einem Bild zu entsprechen, das so womöglich gar nirgends so abgebildet ist?

Denk mal drüber nach?

❤ KS

Wer bin ich?

Die meiste Zeit versuchen wir irgendwer zu sein, nur um anderen zu gefallen, nur um den Ansprüchen anderer zu genügen, nur um von den Anderen gesehen und wahrgenommen zu werden.

Doch irgendwann kommt dann der Zeitpunkt, wo man sich zu fragen beginnt: „Wer bin ich?“ Wer bin ich, wenn ich all diese Ansprüche weglasse. Bin ich dann noch wer, wenn ich all das weglasse?
Und man begibt sich auf die Suche nach einem Selbst. Auf diesen Weg begegnet man vielen unterschiedlichen Lehren, Lehrer, Rat gebenden und mit Rat erschlagenden 😉
Man begibt sich hinein in dieses Wirrwarr an Angeboten Sich selbst zu finden – und findet dann meist nur die selbe Abhängigkeit von der man geglaubt hat sich loslösen zu wollen. Dieses bestrebt sein anderen zu gefallen endet auch hier nicht, denn irgendwann erkennt man, dass die meisten Lehrenden gar nicht wollen, dass du dich findest, sondern nur wollen, dass du so bist wie sie dich wollen 😉

Es gibt viele gute Lehren, um nicht zu sagen alle Lehren sind gut, doch sie sind nur so gut wie du es bist.

Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat.
Glaube nichts, weil alle es glauben.
Glaube nichts, weil es geschrieben steht.
Glaube nichts, weil es als heilig gilt.
Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt.
Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast!
Buddha

Ich bin das was ICH BIN

Ist es festgeschrieben das was ich bin?
Ich höre oft den Satz, so bin ich halt, jeder kommt mit seinen Inhalt auf die Welt und das ist halt nicht zu ändern! Punkt aus fertig! Ist es wirklich so? Komme ich mit meinen Fahrplan auf die Welt, und kann nichts daran ändern?

Meine Antwort darauf – NEIN absolut nicht. Es mag sein, sicher sogar, das ich mit bestimmten Eigenschaften, mit bestimmten Wesenszügen, mit bestimmter Eigenartigkeit, mit bestimmten Umständen (die mir sicherlich nicht immer gefallen) hierher komme. Doch ÄNDERN kann ich sie alle mal 😉

Ich spreche gerne in Bildern, hier also mein Bild.
Wenn es mir also bestimmt ist als eine Kartoffel auf diese Welt zu kommen, heißt das noch lange nicht, dass ich ein Leben als dreckige Knolle irgendwo verschrumpeln muß. Natürlich kann ich es, nur ich muß nicht. Es ist der freie WILLE der jetzt ins Spiel kommt.
Ich kann natürlich behaupten und darauf bestehen, das es nun mal so ist, ich bin eine Kartoffel und ich bin halt so, auch gut – dann bleib halt eine rohe ungenießbare von keinen verzehrt werden wollende Kartoffel. Punkt aus!

Doch viel Interessanter ist es, herauszufinden was ich als Kartoffel alles SEIN kann 🙂
Ich kann mich auf unterschiedlichster Weise ausprobieren, mich quasi immer wieder neu erfinden. Ich kann Rezepte finden die mich voll zur Geltung bringen. Und ich kann mich mit anderen zusammentun, und die leckersten Gerichte können daraus entstehen.

Das klingt zu einfach? Ich hör dich schon reklamieren – Im wirklichen Leben ist es nicht so, da kann ich nicht frei entscheiden! Wo kämen wir den hin, wenn jeder nur das machen würde was er gerne machen würde!

Ja wirklich – wo kämen wir dann hin? Versuch dir mal diese Frage zu beantworten.
Ich finde wir kämen dort an, wo das Alte aufhört und das Neue beginnt.
Wenn ich SEIN darf was ICH BIN, was glaubst du, wie würde ich mich dann fühlen? Wenn ich mich ausdrücken darf, als das was ICH BIN, was glaubst du, wie würde es mir dabei ergehen?

Ich durfte dieser Frage einmal nachgehen, und zwar für die damalige Zeitschrift „Der Zufall“. Das war anfangs des Jahres 2011

 

Was bin ich? Wer bin ich? Wozu bin ich? Macht es Sinn, dies alles zu wissen? Wenn ja, welchen? Dies ist wohl eines der größten Rätsel, bei dem wir wahrscheinlich nie in der Lage sein werden, es gänzlich zu lösen.

„ SEIN ODER NICHTSEIN“ wie Shakespeare es im Hamlet ausdrückt, oder wie ich es nenne „Ich bin das ich bin!“

Liegt der Sinn nicht im Sein? Ich bin um zu sein! Ist das nicht ein wunderbares Gefühl – ICH BIN UM ZU SEIN! Kein anstrengen, kein Mühsal, kein muß – einfach nur ein sein!

Hieße das nicht, das ich alles sein kann was immer ich will, und das ich bin was immer ich sein wollte! Ja, genau das hieße es! Hieße das, daß alle da sind wo sie sein wollen, freiwillig? Ja, genau das hieße es!

Kein TUN führt mich zu dem was ich BIN, ich muß es SEIN! Was heißt das? Das ich nichts mehr tun muß? Das ich einfach nur zu sein brauche? Wie würde die Welt dann aussehen?

Ich sage dir, die Welt würde wundervoll aussehen. Es wäre eine Welt voller Frieden. Da jeder das sein kann, was er sein will, und dies voller Freude. Ohne Bewertung, ohne Rechtfertigung, einfach nur SEIN. Der Schneider wie der Lehrer. Der Dirigent wie der Organist. Der Direktor wie der Künstler. Der Philosoph wie der Handwerker. Die Frau, die gerne bügelt, kocht und putzt genauso wie der Weltenbummler. Eine Welt in der es kein mehr oder weniger gibt, sondern einfach nur ein „ICH BIN“. Der Mensch wäre erfüllt von seinen TUN, da er SEIN darf was immer er ist. Und das erzeugt Frieden, Frieden in uns wie auch um uns.

Wir unterliegen zum größten Teil dem Glaubenssatz, daß wir etwas TUN müßten, um über dieses handeln zu dem zu werden, was wir SEIN wollen. Doch tatsächlich ist es genau umgekehrt.

Ein friedvolles Sein, bei allen was ihr tut, wünscht euch mit offenen Herzen – Karin Schabus

PS: Wartet nicht darauf, bis der andere es IST, seid es zuerst!

Text: Karin Schabus

 

PS: Dieses Zitat fällt mir gerade dazu ein und ich finde es sehr passend 🙂


„Unsere größte Angst ist, dass wir grenzenlose Macht in uns haben.
Es ist unser Licht, nicht unser Schatten, vor dem wir uns am meisten fürchten. „Wer bin ich schon“, fragen wir uns, „dass ich hervorragend, großartig und berühmt sein darf?“ Frage Dich: „Wer bist du, dass du es nicht sein darfst?“
(Marianne Williamson)