Ein Platz

über den ich mir noch immer nicht ganz im klaren bin, ist der innerhalb der Familie.
Ich komme nicht umhin zu denken, dass ich hier keinen wirklichen Platz habe. 😉
Das ist nicht böse gemeint, es ist eher so, dass man mich überallhin stecken könnte, ich würde überall sein und auch nicht sein.

Was ist Familie? Diese Frage verfolgte ich jahrelang.
Ich hatte immer das Gefühl nirgends dazu zu gehören, und allein fühlte ich mich zumeist auch wohler. Und doch glaubte ich immer das sei nicht richtig, man müsste einer Gemeinschaft angehören, man müsste einen Platz innerhalb der Familie haben.
Doch desto mehr ich dies versuchte, desto mehr hatte ich das Gefühl am falschen Platz zu sein.
Ich lief immer irgendwie hinterher, konnte nie so sein das ich mich innerhalb dieser Gemeinschaft wohlfühlte. Irgendwie ein Teufelskreis, ich begab mich immer in Gemeinschaften – war immer auf der Suche nach Gemeinschaften – nur um dann immer wieder zu erkennen – das ist es nicht, ich fühl mich nicht wohl. Irgendetwas beeinträchtigte immer dieses Zusammensein, egal ob Gemeinschaft Familie oder die Gemeinschaft einer Gruppe.
Ich war regelrecht süchtig ein Teil zu sein, und fühlte mich ständig ausgewiesen.
Ein Teil zu sein schaffte ich meistens nur wenn ich nicht da war. Ja wirklich, kaum war Abstand vorhanden schien es irgendwie zu funktionieren.

Ich weis nicht warum, doch kaum war dieser Abstand aufgehoben, ging ich schon wieder auf die Suche. Ich brauchte ständig beweise, das ich innerhalb der Familie gleich viel wert war als andere – und was fand ich?

Ich sah immer die anderen und sah Gemeinschaft, Zusammengehörigkeit – und ich, ich stand immer außerhalb dieses Kreises. Ich gehöre keiner Gemeinschaft an, zumindest keiner herkömmlichen.

Es hat mich viele Fragen und Zeit gekostet, das alles auf einen Nenner zu kriegen. Es gab so vieles das ich nicht verstehen konnte. Ich sah mich selber immer anders als die anderen. Ich sah die Probleme immer wo anderes als andere. Ich verstand nicht, warum die anderen mich nicht verstanden – was war so schwierig daran?

Fragen über Fragen die ich niemanden stellen konnte. Die ich mir jedoch ständig stellte. Vor ein paar Jahren löste sich dann dieser Knoten, eine Antwort erschien auf meiner inneren Tafel 😉 Familie darf für jeden etwas anderes sein. Familie ist nicht an bestimmte Menschen festzumachen. Familie zeigt sich, wenn man sie los läßt.
„Was ist Familie, wenn wir alle Brüder und Schwestern sind? Wer ist Familie, wenn wir alle Brüder und Schwestern sind?“ Schau auf die Gesamtheit „Familie“ ist da nicht alles da was du die je gewünscht hast?
Hör auf innerhalb der Familie nach Familie zu suchen. Sieh den größeren Kontext. Und es wurde mir leicht. Ja, ich bin anders und darf es anders sehn. Ich muß kein Teil von etwas bestimmten sein. Ich hatte mein ganzes Leben lang keine beständige Gemeinschaft, ich habe jedoch immer Menschen die mich umgeben, immer unterschiedliche, immer wieder neue, andere und auch gleichbleibende, mal länger an meiner Seite und mal nur kurz, doch immer genau richtig 🙂 das kann Familie genauso so sein wie scheinbar völlig Fremde.
Klar ist es bedeutend wie ich in welcher Familie meine Anfangszeit verbringe, doch noch bedeutender ist es was ich daraus hervorbringe – erkenn ich quasi das zu spielende Musikstück 😉

Und dann, dann hat man selber Kinder und somit „Familie“ und irgendwie ist es wieder das selbe Spiel.
Die selben Fragen, und auch die selben Stolpersteine, und gleichzeitig hat sich enorm viel verändert, und manchmal scheint die Zeit still gestanden zu haben.

Manchmal glaub ich, ich muss ihnen noch soviel geben, und versetz mich selber unter Zugzwang.
Manchmal glaub ich, ihnen mehr genommen als gegeben zu haben.
Manchmal glaub ich nichts richtig gemacht zu haben, dann bin ich wieder sehr gut in dramatisieren 😉
Wie viel ist gut, und ab wann ist es zuwenig?
Mit was beschwer ich sie unnötig, und was gehört einfach zu ihrer Erfahrung dazu?
Wie viel kann ich sie einfach „sein“ lassen, und wie viel ist zu viel?

Es kam die Frage auf „Wieviel Familie braucht man?“ und die Antwort kam prompt „keine!“
Das was wir wollen sind Menschen die zur rechten Zeit an unserer Seite sind, sind Ansammlungen von Menschen wo wir uns wohlfühlen, usw. natürlich schließt das die Familie nicht aus, nichts schließt einander aus, alles kann zugleich sein. Doch irgendwie fühlen wir uns schnell mal angegriffen wenn es um das Thema Familie geht.
Es ist dieses Bild von Familie und wie es sein soll das uns erdrückt.

Dies alles sind meine Gedanken, ich hab noch hundert andere Gedanken zu diesen Thema. Doch alle gleichzeitig zu formulieren ist nicht so leicht 😉
Das sind einfach Fragen, Fragen und meine Sicht-Weise.
Ich hinterfrage gerne und kann dabei sehr hartnäckig sein – eine Jungfrau eben 😉

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